Starkregen

In diesen anschaulichen Filmen erfahren Sie, wie man sein Eigentum am besten vor Rückstau und Überflutung schützt.

  • Was ist Starkregen?

    Kommen hohe Niederschlagsmengen in kurzer Zeit auf einer eng begrenzten Fläche herab, nennt man das Starkregen. Oft nehmen diese extremen Regenfälle Katastrophencharakter an. Überschwemmungen, überlaufende Kanäle und Hausüberflutungen sind dann die Folge.

    Unterschiedlichen Klimaszenarien zufolge, ist künftig vor allem der Westen und Süden Deutschlands von Klimaveränderungen betroffen. Wie aktuelle Untersuchungen zeigen, belegt Saarbrücken mittlerweile bei der Frühjahrs-Regenmenge deutschlandweit den zweiten Platz, im Winter sogar Platz eins. Auch über das komplette Jahr betrachtet nimmt unsere Region mit 944 mm Niederschlag die Spitzenposition ein. Die Wahrscheinlichkeit für katastrophalen Starkregen nimmt zu und damit auch die Wahrscheinlichkeit dass Häuser in Saarbrücken überflutet werden.

  • Was unternimmt die Stadt ?

    Ein normaler Abwasserkanal kann Starkregenmassen nicht bewältigen. Grund dafür ist, dass unsere Kanäle auf einen „Durchschnittsregen“ ausgelegt sind. Alles andere wäre unwirtschaftlich, da größere Kanaldurchmesser in der überwiegenden Zeit nicht funktionieren würden. Denn je größer der Durchmesser gewählt wird, desto mehr Flüssigkeit muss durchlaufen, um die Feststoffe im Abwasser zu transportieren.

    Abwasserkanäle sind auf lange Zeiträume ausgelegt. Sie können nicht kurzfristig neu gebaut oder erweitert werden. Aber man kann sie optimierter einsetzen. Die Stadt Saarbrücken hat dazu verschiedene Maßnahmen ergriffen:

    So werden Außengebiete identifiziert, die geeignet sind, Regenwasser zurückzuhalten, damit es zeitlich verzögert ins Kanalnetz fließt. Weiterhin wird bei Neubauten oder schon bei der Erschließung von Neubaugebieten darauf geachtet, Regenwasser auf den Grundstücken zurückzuhalten. Das kann zum Beispiel direkt über Versickerung in den Boden erfolgen. Alternativ kann das Regenwasser auch in einem Teich oder in einem Regenüberlaufbecken aufgefangen werden. Über eine Starkregen-Gefahrenkarte werden darüber hinaus Bereiche ermittelt, in denen besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden sollten oder in denen eine Bebauung nicht empfohlen wird.

  • Was kann ich selber tun ?

    Hausbesitzer sollten sich zuallererst darüber klar werden, dass die öffentliche Kanalisation keinen hundertprozentigen Schutz vor Schäden aus Starkregen-Katastrophen bieten kann. Nächster Schritt muss dann die Identifikation von Risikofaktoren auf dem eigenen Grundstück sein. Das ist besonders wichtig, denn Versicherungen können die Regulierung von Schäden, die aus einer nicht den Regeln der Technik entsprechenden Grundstückentwässerung resultieren, einschränken oder ablehnen. Die Wohngebäude- und Hausratversicherung kommt nicht für alles auf. Schäden durch Starkregen und Hochwasser beispielsweise übernimmt im Allgemeinen nur eine Elementarschadenversicherung.

    Dabei helfen folgende Fragen:

    1. Liegt das Grundstück in einer topografischen Senke?
    2. Besteht die Gefahr, dass Oberflächen- oder Grundwasser sich auf dem Grundstück sammelt und ins Gebäude eindringen kann?
    3. Was würde geschädigt, wenn das Wasser sich diesen Weg sucht?

    Je hochwertiger der Ausbauzustand der von Überflutung bedrohten Räumlichkeiten ist und je höher der Wert der Dinge, die darin gelagert werden, desto stärkere Schutzmaßnahmen, wie z.B. Rückstausicherungen, sollten getroffen werden.

    Mögliche Zutrittswege für Wasser:

    • Fenster- und Türöffnungen
    • Lichtschächte, Kellerfenster und Kellertüren
    • Rückstau aus dem Kanalnetz 
    • Undichte Dachhaut und Regenrohre
    • Leitungsdurchführungen
    • Durchnässungen der Außenwände
    • Defekte und undichte Grundleitungen
    • Durchnässung der Bodenplatte
  • Ist mein Haus gefährdet? Testen Sie selbst!
  • Übersicht der Schutzmaßnahmen

    Je hochwertiger der Ausbauzustand der von Überflutung bedrohten Räumlichkeiten ist und je höher der Wert der Dinge, die darin gelagert werden, desto stärkere Schutzmaßnahmen, wie z.B. Rückstausicherungen, sollten getroffen werden. So können Sie sich gegen Starkregen schützen:
     

    Anpassung der Grundstücksgestaltung

    • Erhöhte Einfassungen z.B. Mauern, Wälle, Schwellen oder ähnliches als Zufluss-Sperren
    • Anpassung des Oberflächengefälles (Abflussrichtung weg von Gebäuden und Anlagen)
    • Abflussführung in risikoarme Grundstücksbereiche
    • Schaffung von gezielten Flutmulden bzw. -flächen
    • Beseitigung von Abflusshindernissen
       

    Verringerung des oberflächlich abfließenden Regenwassers

    • Verzicht auf Flächenversiegelung durch Asphalt oder andere, abdichtende Beläge
    • Rückbau von versiegelten Flächen (Entsiegelung), damit Regenwasser versickern kann
    • Wasserdurchlässigen Befestigungsmaterialien den Vorzug geben
    • Dachbegrünung
    • Bepflanzung von Flächen zur Verminderung der Bodenerosion
       

    Maßnahmen zum Gebäudeschutz

    • Abdichtung von Hofeinläufen
    • Abdeckung von Kellerschächten
    • Erhöhung von Lichtschachtoberkanten
    • Abdichtung der Gebäudeaußenwände / Dränung (Anlage von Entwässerungsleitungen)
    • Einbau von Barrieren und Sperren an Fenster- und Türöffnungen (mit automatischem Schließmechanismus möglich)
    • Einbau von druckwasserdichten Kellerfenstern und -türen (selbsttätig, teilautomatisch oder manuell schließend)
    • Wasserdichte Fenster- und Türklappen (Innen- und Außenmontage möglich)
    • Erhöhung von Hauseingängen durch Treppe oder Rampe, Errichten von Bodensenken, Bodenschwellen, Aufkantungen oder Barrieren vor dem Hauseingang
    • Schutztore oder -klappen im Bereich von Zufahrten ins Kellergeschoss / Garagen (aufschwimmend oder mit Antrieb)
    • Rückstauverschlüsse (DIN EN 13564), Abwasserhebeanlagen (DIN EN 12056) gemäß Rückstaubroschüre ZKE
    • Wasserdichte Auf- oder Einsatzelemente für Rohrleitungen (Metallplatten, Dichtkissen u. a.)
    • Kellerausbildung als weiße Wanne (wasserundurchlässige Außenwände und Bodenplatte) oder schwarze Wanne (im Boden und an den Außenwänden befindliche Abdichtung durch Bitumen- oder Kunststoffbahnen) zum Schutz vor Eintritt von Grundwasser oder aufstauendes Sickerwasser.
       

    Weitere generelle Empfehlungen

    • Verwendung wasserresistenter bzw. wasserbeständiger Bau- und Ausbaumaterialien (z. B. Kalk, Zement, Steinzeug statt Gips, Textilien, Holz, Kork)
    • Verzicht auf hochwertige Einrichtungen und Wertgegenstände in gefährdeten Gebäudebereichen
    • Verzicht auf Lagerung von wichtigen, sensiblen, teuren oder durch Wasser gefährdenden Gegenständen in Kellerräumen
    • Verlegung zentraler Elektroinstallationen, Heizung und sonstiger schadensträchtiger Haustechnik in höhere Etagen bzw. ungefährdete Gebäudebereiche
    • Gezielte Sicherung von Gefahrgut und Heizöltanks
       

    Individuelle Beratung

    Der ZKE bietet eine persönliche Beratung zum Schutz vor Starkregen und Rückstau. Im Rahmen der Beratung gibt es auch die Möglichkeit, Einblick in die Starkregengefahrenkarte des ZKE zu erhalten, um die individuelle Gefährdung des eigenen Hauses in Hinblick auf Überflutung beurteilen zu können. Die Kontaktdaten finden Sie unten.

  • Starkregen Broschüren und Flyer

    Starkregen Flyer
    Download

    application/pdf - ca. 317,76 KB

    Rückstau Broschüre
    Download

    application/pdf - ca. 791,7 KB

Individuelle Beratung

Der ZKE berät Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer persönlich zum Schutz vor Starkregen und Rückstau. Sie können Einblick in die Starkregengefahrenkarte des ZKE erhalten, um die Gefährdung des eigenen Hauses zu beurteilen.

ZKE Individuelle Starkregen Beratung

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66113 Saarbrücken

Bus & Bahn: Hochstraße, Saarbrücken Malstatt

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E-Mail: zke-starkregen@saarbruecken.de

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